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Die Schmuggler des Gardasees: Geschichten und Legenden einer Grenze


Heute ist der Gardasee ein Synonym für helle Landschaften, Dörfer am Wasser und ruhige Tage zwischen Olivenbäumen und Segelbooten. Im 19. Jahrhundert jedoch war der See auch eine Grenze. Nach 1866, mit der Annexion Venetiens an das Königreich Italien, markierte der Gardasee die Grenze zum Österreichisch-Ungarischen Reich. Zwei Staaten, zwei unterschiedliche Steuersysteme und hohe Zölle auf wichtige Güter wie Salz, Tabak, Zucker, Alkohol und Kaffee. Für viele Bauern- und Fischerfamilien waren diese Produkte teuer und schwer zu bekommen. So entstand der Schmuggel am Gardasee, eine Praxis, die in dieser Grenzregion weit verbreitet war. Die Schmuggler waren keine Banditen, sondern Fischer, Bootsleute und Bauern, die versuchten, ihr Einkommen aufzubessern und das Überleben ihrer Familien zu sichern.

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Boote in der Nacht von Torri del Benaco

Einer der Orte, der besonders eng mit dieser Geschichte verbunden ist, ist Torri del Benaco, beherrscht von den Türmen seines Schlosses, das über dem Wasser liegt. Nachts wurde der See zu einer dunklen und stillen Fläche. Die Boote legten langsam ab, fast lautlos, und glitten über das Wasser. Unter den Fischernetzen oder zwischen Holzkisten waren die Waren versteckt. Manchmal war Einfallsreichtum entscheidend. In dieser Gegend erzählt man, dass die Waren in Fässern versteckt wurden, die unter den Booten befestigt waren. Wenn eine Patrouille der Finanzpolizei auftauchte, genügte es, das Seil zu durchschneiden: Die Fässer sanken langsam auf den Grund und wurden später mithilfe kleiner versteckter Schwimmer wieder geborgen. Die Schmuggler kannten jede Strömung und jeden Küstenabschnitt, an dem man unbemerkt anlegen konnte. Von Torri aus steuerte man in Richtung Malcesine, Riva del Garda oder andere Orte am See, immer bemüht, der Überwachung zu entgehen. Nachts wurde der See zu einer geheimen Straße.

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Die Männer der Berge

Die Reise endete oft nicht auf dem Wasser. Viele Waren wurden ins Hinterland weitertransportiert und über die Berge oberhalb von Torri del Benaco auf die Hänge des Monte Baldo gebracht. Hier traten die sogenannten Spalloni“ auf den Plan – Träger, die die Lasten auf dem Rücken transportierten, mit speziellen Holzgestellen, den sogenannten Careghete“. Dörfer wie Crero wurden zu Stützpunkten und kleinen versteckten Lagern. Von hier aus führten steile Maultierpfade und Wege durch Wälder und Schluchten. Die Spalloni gingen oft nachts, um Patrouillen zu vermeiden, und mussten plötzlich auftretenden Nebel, Gewitter und Höhenunterschiede von über tausend Metern bewältigen. Es war eine harte und gefährliche Arbeit, doch für viele Familien stellte sie eine unverzichtbare Einnahmequelle dar.

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Zwischen Geschichte und Erinnerung des Gardasees

Heute ist Torri del Benaco ein ruhiger Ferienort am Gardasee. Der Hafen, die Uferpromenade und die Türme des Castello Scaligero erzählen von einer Landschaft voller Licht, Tourismus und Entspannung. Doch hinter dieser Ruhe lebt die Erinnerung an eine abenteuerlichere Vergangenheit weiter. Wenn man durch die engen Gassen des Dorfes oder entlang der Wege spaziert, die zum Monte Baldo hinaufführen, kann man sich leicht vorstellen, wie Boote lautlos durch die Nacht glitten und die schnellen Schritte der Schmuggler zwischen Olivenbäumen und Kastanienwäldern zu hören waren. Einige dieser Routen existieren noch heute, wie der sogenannte "Sentiero dei Contrabbandieri" (Schmugglerpfad - Auf dem Bild) zwischen Riva del Garda und Limone sul Garda, der alten Maultierwegen folgt, die einst zum Überqueren der Grenze genutzt wurden.

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Zwischen dokumentierter Geschichte und Erzählungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, leben die Schmuggler noch immer in der Vorstellung rund um den Gardasee weiter und erinnern an eine Zeit, in der der See nicht nur eine Landschaft zum Bewundern war, sondern auch ein Weg zum Überleben.

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