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Die Riviera degli Ulivi: Eine Landschaft, die zweitausend Jahre Geschichte erzählt


Fünfzig Kilometer Veronese Ufer, von Peschiera del Garda bis Malcesine, mit Torri del Benaco im Herzen. Sie heißt Riviera degli Ulividie Olivenriviera — und der Name ist weder poetische Freiheit noch ein touristisches Schlagwort. Es ist die Beschreibung einer Landschaft, die seit Jahrtausenden existiert, geformt von der Natur und von Menschenhand in einem außergewöhnlichen Gleichgewicht. Das milde, fast mediterrane Mikroklima des Sees — geschaffen durch die riesige Wassermasse, die die Temperaturen das ganze Jahr über reguliert — hat es den Olivenbäumen ermöglicht, hier in ungewöhnlich nördlichen Breiten zu gedeihen. Tatsächlich hält die Provinz Verona den Rekord als nördlichstes Gebiet der Welt, in dem Oliven angebaut und Öl produziert werden können. Ein Rekord, der, einmal bekannt, die Art und Weise verändert, wie man die Hügel rund um Torri betrachtet.

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Zweitausend Jahre Geschichte zwischen den Olivenzweigen

Der Olivenanbau am Gardasee hat seine Wurzeln in der etruskischen Epoche, aber es waren die Römer, die ihn professionalisierten und systematisch ausbauten. Für sie war Olivenöl weit mehr als ein Nahrungsmittel — es war Medizin, Schönheitsmittel und spirituelle Essenz, verwendet in Lampen, Thermalbädern und religiösen Ritualen. Im Mittelalter übernahmen benediktinische und zisterziensische Klöster die Rolle der römischen Güter, pflegten die Olivenbäume mit Hingabe und machten die Ölproduktion zu einem zentralen Teil des klösterlichen Lebens. Viele der Ölmühlen, die noch heute existieren, stammen aus dieser Zeit. In den kleinen Dörfern rund um den See findet man noch immer alte knorrige Olivenbäume, einige davon über tausend Jahre alt — lebende Zeugen einer tief verwurzelten Kultur. Der Wert des Öls war so hoch, dass im Jahr 643 n. Chr. ein Edikt strenge Strafen für jeden vorsah, der beim Beschädigen von Olivenbäumen am Seeufer erwischt wurde, und im frühen Mittelalter waren vier bis sechs Kilogramm Gardasee-Olivenöl so viel wert wie ein großes Schwein. Erst in der Renaissance nahm die Landschaft die Form an, die wir noch heute bewundern: Die Hänge wurden mit kunstvollen Trockensteinterrassen umgestaltet — wahre Konstruktionen mit Blick auf den See — und machten dieses Gebiet so unverwechselbar, dass es 1968 offiziell den Namen Riviera degli Ulivi erhielt.

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Die Landschaft der Terrassen

Wer durch die Olivenhaine von Torri del Benaco spaziert, hat das Ergebnis jahrhundertelanger geduldiger Arbeit vor Augen. Die Trockensteinmauern, die die Terrassen stützen, die silbergrünen Olivenbaumreihen, die im Wind wogen, die schmalen Pfade, die nach Albisano hinaufführen, während sich der See immer weiter im Hintergrund ausbreitet — es ist eine der authentischsten und am wenigsten fotografierten Landschaften am Gardasee. Der Abschnitt zwischen Torri und Brenzone gilt als einer der schönsten der gesamten Riviera: Die Olivenbäume mit ihren knorrigen Stämmen und silbrigen Blättern wirken wie lebende Skulpturen, besonders magisch im Abendlicht, wenn die Sonne den See vergoldet und die Blätter schimmern. Über zweihundert Olivensorten wachsen hier, wobei die typische Sorte des Veronese-Ufers — die ‚casaliva‘ — dominiert und den Charakter jeder hier produzierten Ölflasche prägt.

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Das grüne Gold des Gardasees: DOP-Olivenöl

Das Öl, das aus diesen Bäumen gewonnen wird, ist heute eines der begehrtesten Italiens. Das Garda Orientale DOP zeichnet sich durch seine tiefgrüne Farbe, sein zartes fruchtiges Aroma und einen delikaten Geschmack mit Noten von süßer Mandel, Artischocke und Rosmarin aus — einzigartige Eigenschaften, die dem Mikroklima des Sees und der Qualität der Hügelböden zu verdanken sind. Es wird noch immer auf traditionelle Weise verarbeitet, mit einer sanften Kaltpressung unmittelbar nach der Ernte, um Geschmack, Vitamine und Polyphenole zu erhalten. Es gehört zu den fünf besten italienischen DOP-Olivenölbezeichnungen und wird weltweit exportiert und ausgezeichnet. Der beste Zeitpunkt, es zu probieren, ist im Herbst, während der Rassegna dell’Olio Novello in Castelletto di Brenzone — ein authentisches Fest, bei dem man frisch gepresstes Öl verkosten und die Geheimnisse seiner Herstellung entdecken kann. Aber es ist das ganze Jahr über in den lokalen Ölmühlen und Läden der Dörfer am Veronese-Ufer erhältlich.

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Die Riviera degli Ulivi ist nicht nur etwas, das man vom Seeufer aus bewundert — es ist ein Gebiet, das man zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchqueren sollte, verloren zwischen den Terrassen und den Dörfern des Hinterlandes. Torri del Benaco ist der perfekte Ausgangspunkt. Fragen Sie an der Rezeption: Wir helfen Ihnen gerne, die schönsten Wege durch die Olivenhaine und die Ölmühlen zu finden, die Sie nicht verpassen sollten.

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