Es liegt etwas zutiefst Altes darin, über den See zu blicken und das Verlangen zu spüren, ihn zu überqueren. Die Gewässer des Gardasees dienten seit jeher als Verkehrsweg — schon die Römer gründeten an seinen Ufern Schifffahrtsgilden und bauten Arbeitsboote, um Waren, Getreide und Wein zwischen den beiden Ufern zu transportieren. Der See war nie eine Grenze, er war eine Straße. Und Torri del Benaco, strategisch an der Mitte des Veronese-Ufers gelegen, war einer der wichtigsten Knotenpunkte dieses alten Netzes — ein natürlicher Haltepunkt für alle, die den Benaco von Ost nach West und zurück überquerten.

Vom Ruder zum Dampf: Die Geburt der modernen Schifffahrt
Jahrhundertelang wurden die beiden Ufer durch Segel- und Ruderboote verbunden, ausgeliefert den launischen Winden des Sees — der Ora und dem Pelér — und der Kraft der Ruderer. Alles änderte sich in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als 1827 das erste Dampfschiff auf dem Gardasee vom Stapel lief: die Arciduca Ranieri, ermöglicht durch eine exklusive Konzession der Mailänder Gesellschaft für Dampfschifffahrt auf den Seen des Lombardo-Venezianischen Königreichs. Es war eine wahre Revolution: Die Überfahrtzeiten verkürzten sich, die Verbindungen wurden regelmäßig, und der See hörte auf, ein saisonales Hindernis zu sein — er wurde zu einer ganzjährig befahrbaren Route. So entstand, Stück für Stück, das öffentliche Schifffahrtsnetz, das noch heute die Gewässer des Gardasees durchquert.
1933: Die Autofähre verändert alles
Der entscheidende Wendepunkt kam 1933, als die erste Fähre für den Automobiltransport auf dem Gardasee in Betrieb genommen wurde. Es war ein historischer Moment: Zum ersten Mal konnten nicht nur Passagiere, sondern auch Fahrzeuge den See überqueren, was eine völlig neue Art der Mobilität zwischen dem Veronese- und dem Brescianer Ufer ermöglichte. Die Verbindung Torri del Benaco–Toscolano Maderno wurde schnell zu einer der wichtigsten des Sees — und das ist sie bis heute, als einzige Fähre auf dem Garda, die das ganze Jahr über in Betrieb ist, zwölf Monate lang, in jeder Jahreszeit.

Dreißig Minuten, die eine Reise wert sind
Heute ist die Fahrt mit der Fähre von Torri weit mehr als nur eine Überfahrt. Es sind dreißig Minuten, in denen sich der See in seiner ganzen Weite um Sie herum öffnet, mit dem Profil des Monte Baldo im Rücken und den Orten am Brescianer Ufer, die langsam näherkommen.
Eine langsame, stille Reise, die dazu einlädt, innezuhalten und den Augenblick zu genießen.

Wenn Sie bei uns zu Gast sind und dies noch nicht erlebt haben, ist es eine Erfahrung, die wir Ihnen besonders ans Herz legen: Nehmen Sie die Fähre, überqueren Sie den See, entdecken Sie Toscolano Maderno oder Gardone Riviera und kehren Sie rechtzeitig zum Sonnenuntergang zurück. Fragen Sie gerne an der Rezeption nach — wir helfen Ihnen gerne dabei, die Überfahrt bestmöglich zu organisieren.

